Montag, 26. Juni 2017

Die Algen-Brutstation


The algae "breeding" station

Wie jeder keiner wissen will oder nicht weiß, sind Algen Bestandteil des Edaphon und damit des Humus fruchbarer Erde. Leider sind sie Sensibelchen und zicken rum, wenn man sie dazu bringen will, sich zu Vermehren. In einer Ecke des Hausgartens läuft ein langjähriger Versuch zur Kultivierung von Boden-Algen unter Freilandbedingungen.

Algae are part of the Edaphon and thus of the humus of fruitful soil. Unfortunately, they are sensitive and reluctant, if one wants to make them propagate by themselves. In a corner of the house garden is a long-term attempt to cultivate soil algae under open-air conditions with no additional artificial help so far.


Gartenrundblick

Blick in die Aquarien

Wer mehr zum Thema wissen will - was völlig unwahrscheinlich ist bei der OneClick-Generation mit der Aufmerksamkeits- und Ausdauer- und Inhaltsinteressentiefe von 0,00 wie Google Analytics mir erzählt - möge nicht die nächste Klickschwelle überwinden und sich z.B. hier nicht kundig machen:

Groucho Marx - You bet your life

Montag, 16. Januar 2017

Der nervöse Kompostwurm


Eisenia (fetida): 
Kompostwurm, Mistwurm, Stinkwurm, Rotwurm, Dungwurm ..

Es geht ein Hype um die Welt ..
Die einen haben ihn - die anderen nicht.
Wer ihn hat, phantasiert Wunderdinge über ihn.
Wer ihn nicht hat, erhofft sich von ihm die Lösung aller seiner Probleme.

Bei den einen ist er einfach vorhanden.
Die anderen wissen nicht, woher sie ihn bekommen sollen.

Die einen gehen einfach zu einem Pferdemisthaufen.
Die anderen züchten und verkaufen ihn.

Die einen wissen garnichts über ihn und seine Artgenossen und Verwandten und können keine Unterschiede zwischen ihnen machen.
Die anderen lassen sich als "Wurmpapst" feiern und bleiben doch nur an seiner mit dem bloßen Auge sichtbaren Gestalt und seinen Spuren in der Erde hängen.

Es gibt unendlich plus 1 Infos und Bücher über die Würmer, nur eines nicht - und das soll an dieser Stelle besonders besprochen werden.

Ich habe ihn kennengelernt bei meiner früheren Arbeit  im Garten eines Bekannten.
Der hat ihn mal vor Jahrzehnten von einem Züchter gekauft und seither tummeln sie sich in seinen Komposthaufen.


Von dort habe ich ihn dann mehrere Male in meinen Garten transferiert, denn wenn man sie nicht bei Laune hält flüchten sie - oder sterben oder werden gefressen. Komposthaufen, ob mit oder ohne Würmer, funktionieren nur mit mehr oder minder großer Betreuung. die um so größer ist, je enger, umgrenzter, begrenzter der Raum und sauberer er funktionieren soll.
Nur im Freien, in entsprechender Umgebung (die an anderer Stelle diskutiert werden wird), dort wo Bodenschluß besteht und er sich mit der Umgebung austauschen kann, kann man den Komposthaufen sich selbst überlassen.
Bei optimaler zusammensetzung der Rohmaterialien (die auch an anderer Stelle diskutiert werden), dauert es mindestens 4 Jahreszeiten und bis zu 3 Jahren in unserer Klimazone, bis aus dem Kompost eine Humusvorstufe geworden ist.

Die wichtigste Frage aus Francé-Sicht ist aber: was trägt der Regenwurm bzw. Kompostwurm zur mikrobiologischen Bereicherung der Erde bzw. des Kompost bei ??? Daß er besser als ein Pflug krümelige Erde machen kann wissen wir ja nun mindestens sei Darwin oder noch viel früher und daß er chemische Nährstoffe konzentrieren kann für die direkte Pflanzenernährung seit Liebig (Spaß).
Aber mit welchen *Mikroorganismen* (den wirklichen "Bewegern" des Humuskreislaufs) bereichert er die Erde/Kompost?
Für den Regenwurm gibt es Untersuchungen, aber beim Kompostwurm gibt es bis jetzt fast nichts.
Um das Ergebnis vorwegzunehmen: was "hinten rauskommt" unterscheidet sich mikrobiologisch im Prinzip nicht von der umgebenden Erde, in der er lebt.. 

Die mikrobiologische Zusammensetzung einer humusähnlichen Erde, die auch langfristig aus sich selbst heraus fruchtbar ist, muß auf andere Weise hergestellt werden, hauptsächlich durch Edaphon-Kompost nach Francé (vgl. http://blauer-planet.blogspot.de/2017/01/edaphon-mikroorganismen-humus.html)

Mikrobiologisch ist folgendes interessant: die umgebende Erde/Kompost in der der Regenwurm/Kompostwurm lebt, seine Nahrung, im Körper/Darm lebende Mikroorganismen und die im Kot vorhandenen Mikroorganismen.

Beispielhafte Untersuchungen zum Kot, der hier interessiert:

** Regenwurm

* Microbial Analysis of Earthworm Casts - 63966-124484-1-PB.pdf
http://www.distrodoc.com/581465-comparative-microbial-analysis-of-earthworm-casts-collected
Nigeria
three types of earthworm casts (Pellet, Mass and Turret)
castings - bulk soils
Three major cast-types were observed to be produced by earthworms namely: 
1. Pellet casts (granular casts) produced by Eudrilus eugeniae, Agrotoreutus spp and Eutoreutus spp (Sims, 1971; Segun, 1976); 
2. Turret casts  (funnel/finger shaped) produced by Hyperiodrilus africanus and Ephyriodrilus afroccidentalis 
3. (moldy) casts produced by Libyodrilus violaceus (Sims, 1971; Beddard, 1981).
Anzahl Mikroorganismenarten:
Bacteria 14; Pilze: Mold 7, yeast 3

Tiunov, A.V., and Scheu, S.(2000); Microfungal communities in soil, litter and casts of Lumbricus terrestris L. (Lumbricidae): 14, 17–26.
https://www.researchgate.net/publication/222541729_Microfungal_communities_in_soil_litter_and_casts_of_Lumbricus_terrestris_L_Lumbricidae_A_laboratory_experiment

Es werden einzellige und fadenbildende Bakterien und Pilze gemessen, genauer Schimmelpilze und Hefen, also Abbauer, echte Bodenpilze sind nicht darunter. Andere Mikroorganismenarten werden nicht gemessen/erwähnt.
Diese Mikroorganismenzusammensetzung ist aber nur für kurze Zeit vorhanden, dann ist die Anpassung und der Ausgleich mit der Mikroorganismenzusammensetzung der umgebender Erde erfolgt.

** Kompostwurm

* Diversity of microflora in the gut and casts of earthworms
Diversity of microflora in the gut and casts of tropical composting - paper_16.pdf
Key words: Microflora, Earthworm gut, Wormcasts, Microbial population,

* A Microbiological Study of Earthworm Casts
The present work examines changes in the microbial status of casts as they age under field conditions. 
A Microbiological Study of Earthworm Casts - mic-31-1-13.pdf
* INVESTIGATION OF MICROBIAL COUNT IN THE SOIL AND EARTHWORM GUT
https://innovareacademics.in/journals/index.php/ijags/article/download/13161/5668

Schlußbewertung:

Akkumulation und Nährstoffkonzentration im Regenwurmkot können ein erhöhtes Nahrungsangebot für bestimmte Mikroorganismen und Pflanzenarten bewirken.

Eine Mikroorganismenzusammensetzung wie sie für die Humusbildung erforderlich ist, wird durch Vermikompost kaum ermöglicht.

Ansonsten frißt der Regenwurm außer "Erde" und organischem Material auch ne ganze Menge Mikroorganismen,  z.B. Algen, Schalenamöben, Wimperntiere. Damit vernichtet er Mikroorganismen, die zur Humusbildung beitragen und reduziert prinzipiell die Artenvielfalt im Boden/Edaphon.

In seinem Darm finden sich hauptsächlich anaerobe Mikroorganismen, die den Abbau des gefressenen organischen Materials bewirken, von denen aber auch einige faktutativ aerob sein können und bei Ausscheidung im aeroben Kot weiter existieren können.

Weiteres an dieser Stelle mit der Zeit ..



Sonntag, 15. Januar 2017

Kompostwurm-Kompost - Vermikompost


Wie die mikrobiologische Qualität von Kompost grundsätzlich zu beurteilen ist haben wir gesehen.
Noch größer als der Wurmhype und sein Kompost sind die Methoden ihn zu erzeugen
Es mag ja noch gemütlich angehen für Wurm und Mensch, wenn man Eisenia und dergleichen in einen Komposthaufen setzt und ihn dort in Ruhe machen läßt.
aber wenn sich daraus ein Geschäft entwickelt, speziell ein besonders großes, dann geht der wissenschaftliche, technische, energetische und kommerzielle Auswand ins Gigantische.
Er wird bestimmt durch Maximirung des Outputs und Minimierung des Aufwands.
Der Sinn solcher Anlagen ist, abgesehen von Return of Invest, mit dem Abfall fertigzuwerden und keinesfalls die Förderung der Humusbildung.
Man bekommt krümelige Erde und eine gewisse, auch organisch gebundene Nährstoffkonzentration die teilweise von den Pflanzen genutzt werden kann.
Mikroorganismen (gewisse Bakterien, Schimmelpilze, Hefen) können temporär erhöht vorkommen, dafür frißt der Wurm aber auch alle Mikroorganismen jeder Art die ihm vors Maul kommen.

Einige Beispiele von handfesten Infos bis zu Hypes:

Der derzeitige Stand der Abfallaufbereitung durch Kompostwürmer
Otto Graff
http://www.zobodat.at/pdf/Laufener-Spez-u-Seminarbeitr_7_1986_0037-0041.pdf

Biomassegewinnung durch Vermehrung wärmeliebender Regenwurmarten
Ein Beitrag zur Verwertung organischer Abfälle
Knieriemen 1984
https://1drv.ms/b/s!Am2UlOFjs5MWigM-4SloTqXCWKaf



Wormanizer
https://www.wormanizer.de/
http://www.ideenwerkbw.de/wormanizer-rosen-moegen-pferdemist/
http://www.tagblatt.de/Nachrichten/In-Engstingen-auf-der-Schwaebischen-Alb-entsorgen-Kompostwuermer-Bio-Abfaelle-234947.html

A Vermicompostimng application scenario for the organic wasrte treatment of Berlin
Zecirovic 2015
https://1drv.ms/b/s!Am2UlOFjs5MWigQVYQn1CrH3aI-0

Untersuchungen zur Steuerung und Kontrolle der Vermikompostierung von organischen Abfällen
http://hss.ulb.uni-bonn.de/2016/4310/4310.pdf

Ansonsten kann kann man überall jede Menge gehypte Berichte über die Segnungen des "goldenen Mist" bekommen ..

Samstag, 14. Januar 2017

Der Geschmack der Erde


Regenwurm - Experte für Bodenqualität?

Da der Landwirt/Bauer/Gärtner alles was kleiner als ein Regenwurm ist, nicht sehen kann (oder will), zu mikroskopieren sich nicht traut (oder will), werden gerne Wundergeschichten erzählt, weitergegeben (oder ausgedacht), nicht nur über das, was er vollbringt, sondern auch über das, was er über den Boden erzählen kann.

Bodentest mit Regenwurm

Nun gibt es eine Menge anschaulicher Exerimente mit dem Regenwurm von einfach bis überkompliziert.
Da sind z.B. die 2D Terrarien,
Evans, A.C. 1947. Method of studying the burrowing activity of earthworms. Ann. Magazine Nat. Hist. 14: 643-50.
die heutzugage mit IT_Intelligenz automatisch ausgewertet werden.

Abb.1: 2D-Terrarium mit Einfüllhilfe

https://www.hs-osnabrueck.de/fileadmin/_processed_/csm_unbefuelltes_2D_Terrarium_d06c629092.gif

Abb.2: Versuchsstart des Bodenqualität-Tests mit zwei unterschiedlichen ...

https://www.hs-osnabrueck.de/fileadmin/_processed_/csm_A6Okt30-10_27Nov2010_Start_782eed8284.gif

Abb.3: Entwicklung des Spurenbilds durch Regenwurmaktivität im ...

https://www.hs-osnabrueck.de/fileadmin/_processed_/csm_A6Okt30_27Nov_12Dez10_bearbeitet_cad878b522.gif

Abb.5: Durch ein PC-Programm bearbeitetes Folienbild

https://www.hs-osnabrueck.de/fileadmin/_processed_/csm_Auf_Folie_abgezeichnetes_Spurenbild_A_und_B_535e34bdbf.gif


https://www.hs-osnabrueck.de/fileadmin/_processed_/csm_Vom_PC_aufgearbeitetes_Folienbild_A_und_B_badf393430.gif

* Hochschule Osnabrück
https://www.hs-osnabrueck.de/de/bodentest-mit-regenwuermern/
Regenwurm-Bodentest Testsysteme
https://www.hs-osnabrueck.de/de/bodentest-mit-regenwuermern/testsysteme/
https://www.hs-osnabrueck.de/de/
* Prof. Dr. Heinz-Christian Fründ
Using earthworms as model organisms in the laboratory:
Recommendations for experimental implementations 2010
https://www.ufz.de/export/data/2/92807_Fruend_et_al_2010_Pedobiol.pdf
* Ein Test mit endogäischen Regenwürmern zur Prüfung der Bodenqualität
http://eprints.dbges.de/176/
http://eprints.dbges.de/176/1/Fruend_etal_Regenwurmtest_Bonn2009.pdf
* Reaktion von Regenwürmern auf Bodenheterogenität im Laborversuch
Organische Zusätze: Der Hähnchenmist entstammte einem konventionell wirtschaftenden, landwirtschaftlichen Betrieb und enthielt Strohanteile. Das Kompostsubstrat entstammt der Firma RETERRA und ist als Kompost deklariert. Der Kuhdung wurde käuflich in Form von Pellets bei der Firma Thomas Phillips erworben. Die Maisstärke stammt aus dem Lebensmittelhandel (Marke RUF). Weitere Eigenschaften sind Tabelle 2 zu entnehmen. Alle Substrate wurden luftgetrocknet und vermahlen in den Boden eingemischt.
http://eprints.dbges.de/632/2/Reaktion_von_Regenw%C3%BCrmern_auf_Bodenheterogenit%C3%A4t_im_Laborversuch.pdf
* Earthworms as Bioindicators of Soil Quality
https://www.researchgate.net/publication/226337560_Earthworms_as_Bioindicators_of_Soil_Quality

Weiß man allerdings bei so einer Versuchsanordnung um die Grenzen ihrer Aussagefähigkeit (über die man sich man überall informieren kann) bezüglich der Bodenqualität,
dann kann man den Regenwurm anschaulich erzählen lassen, was ihm schmeckt:

* Osnabrück Bodenqualität-Test mit 2D-Terrarien nach Evans (1947)
https://www.hs-osnabrueck.de/fileadmin/HSOS/Homepages/Bodentest-Regenwurm/Fruend_etal_Trier2009.pdf
* https://www.hs-osnabrueck.de/fileadmin/HSOS/Homepages/Bodentest-Regenwurm/Berichte_Leissner_etal.pdf

Selbstverständlich gibt es heuzutage auch lustige Videos:

Worms At Work - 20 Days Time Lapse Of Vermicomposting

https://www.youtube.com/watch?v=n9Mnf9ysNSs

Worms! - time lapse footage of Rothamsted wormery

https://www.youtube.com/watch?v=oYSrOSKDSH8

Alternativen

PET-Flaschenterrarien
http://lernfeld.globe-swiss.ch/template_creator/pdf/LA01_LA01_Anleitung_LP_20141111.pdf

https://www.edumero.de/prod/86778/

https://static.edumero.de/images/prod/86778/Kleiner-Regenwurm-Beobachtungskasten-86778_bdefos-XL.jpg

https://www.edumero.de/prod/81922/#r=teaser_replacement
https://static.edumero.de/images/prod/81922/Regenwurm-Beobachtungskasten-mit-Erde-81922_bdefops-XL.jpg

Ich würde ja auch gerne so ein lebendes Bild an der Wand hängen haben,

Über das Vorhandensein von lebendigen, langfristig humusbildenden Mikroorganismen gibt allerdings nur das Mikroskop Aufschluß, da kann der Erdwurm sich drehen und wenden wie er will.



Donnerstag, 12. Januar 2017

Die regen Würmer ..




.. bei der Arbeit: Bioturbation - Worms at Work

Bioturbation is the mixing of (plant) residues into soils and sediments by biotic activity. It is one of the fundamental processes in ecology, as it stimulates decomposition, creates habitats for other (micro)fauna and increases gas- and water flow through the soil.

Ein wissenschaftliches Wort und das auch noch auf Englisch sollte alle fraglos beeindrucken ..
Aber wir fragen weiter und verlassen uns nicht nur auf unsere Augen sondern nehmen auch das Mikroskop zur verstärkten Einsicht.
Mehr dazu bei:  Der nervöse Kompostwurm.

Berühmte Regenwurmkunstwerke:

Neben den Häufchen, die er so wundervoll bis in ungeahnte Höhen kringelt (ja, warum tut er sie eigentlich OBERHALB der Erde platzieren, wo doch die darunterliegende Erdschicht sein Lebensraum ist? Ob das wohl so ein Regenwurmpapst beantworten kann?) und seinen Röhrenlabyrinthen sind darüber hinaus seine "Strohsterne" ("earth worm mounds/midden") von auffallender Kunstfertigkeit, deren Bilder und Videos überall zu finden sind.





Leider nicht in meinem Garten und in der freien Natur/Feld habe ich sie auch noch nicht wirklich gesehen.

Der amerikanische Regenwurmpapst:

Edwards, Clive; Emeritus; edwards.9@osu.edu
418 Aronoff Laboratory, Stanley J, 614-292-1149
https://entomology.osu.edu/our-people
https://entomology.osu.edu/our-people/clive-edwards

Rezension „Biology and Ecology of Earthworms
Beitragvon KrabbelPhi » Mi 15. Sep 2010, 16:33
http://www.wurmwelten.de/forum/viewtopic.php?t=323

Titel: Biology and Ecology of Earthworms
Autor: C. A. Edwards; P. J. Bohlen
Verlag: Chapmann & Hall, 1996
Seiten: 426
Abbildungen: Schwarz-Weiß-Zeichnungen, statistische Graphiken
ISBN: 978-0412561603
Format: 22,9 x 15,5 x 2,5 cm
Preis: Bei Abebooks.de am "günstigsten" mit knapp 100 Euro
https://www.amazon.com/Biology-Ecology-Earthworms/dp/0412561603
Mit "Look inside", nur $300

Sei der ersten Auflage dieses Buches 1972 haben wissenschaftliche Erkenntnisse auf dem Gebiet der Regenwürmer einen Quantensprung nach vorne gemacht. In der ersten Auflage 1972 (ich verkaufe meine gerade bei Amazon) wurden lediglich 565 wissenschaftliche Quellen aufgelistet, die die Literatur zum damaligen Zeitpunkt nahezu komplett abdeckten. Das Format der dritten Auflage 1997 ist dagegen ein Drittel größer, die Seitenzahl ist um 143 Seiten angewachsen. (Die vierte Auflage erscheint Anfang November diesen Jahres!) 1500 wissenschaftliche Quellen werden in der aktuellen Auflage aufgelistet, die aber inzwischen nur noch ein Drittel der tatsächlich vorhandenen Literatur abdecken.
Regenwürmer sind also auch in den Augen der Wissenschaftler groß im Kommen, nicht zuletzt durch ihren praktischen Einsatz bei der Entsorgung organischer Abfälle vom Klärschlamm bis zum Pferdemist.

Das Buch gliedert sich in 14 Kapitel:
1. Earthworm morphology
2. Earthworm diversity and geographical distribution
3. Earthworm biology
4. Earthworm physiology
5. Earthworm ecology: populations
6. Earthworm ecology: communities
7. The influence of environmental factors on earthworms
8. The role of earthworm in organic matter and nutrient cycles
9. Earthworms and micro-organisms
10. Role of earthworms in soil structure, fertility and productivity
11. Earthworms as pests and benefactors
12. Earthworms in environmental management
13. Earthworm in organic waste management
14. Effects of agricultural practices and chemicals on earthworms

Wer spannende Texte und zahlreiche Abbildungen erwartet, wird von diesem Buch sicher enttäuscht sein. Abgesehen von ein paar Zeichnungen zur Anatomie und Morphologie der Regenwürmer prägen trockene Tabellen und Graphiken das Buch. Es ist in erster Linie eine wissenschaftliche Monographie, die sich stellenweise durch den betörenden Charme eines Telefonbuchs und die Faszination einer Logarithmentabelle auszeichnet. Anschaulichkeit, gute Lesbarkeit und Verständlichkeit gehören leider in den seltensten Fällen zum Repertoire eines Wissenschaftlers.
Dennoch ist dieses Buch – wenn auch vielleicht für viele Leser erst auf den zweiten Blick – eine echte Perle! Alle wesentlichen Erkenntnisse zum Thema Regenwürmer sind erstmals in einem Buch vereint, hier liegt ein umfassendes Standard- und Nachschlagewerk vor.
Wer sich auf den Stil der Autoren einlässt, stößt auf eine nahezu unerschöpfliche Fundgrube an Informationen. Je mehr man in diesem Buch schmökert, desto unwichtiger wird der karge Rahmen und die faszinierenden Erkenntnisse aus der Welt der Regenwürmer ziehen den Leser zunehmend in ihren Bann. Dieses Buch bezieht seine Spannung nicht aus der Form, sondern aus dem Inhalt seiner Texte und hier sprudelt dann eine Nektarquelle mit hohem Suchtpotential! Alle Fakten sind statistisch abgesichert, stammen aus seriösen Quellen und ermöglichen durch Verweise auf die entsprechenden Originalveröffentlichungen die gezielte Beschäftigung mit interessanten Teilaspekten. Im Gegensatz zu vielen Wikipedia-Artikeln können diese Ergebnisse bedenkenlos zitiert werden, sie haben Hand und Fuß.

Fazit: Ungeachtet der spröden, abstoßenden Schale ein köstlicher Kern, den jeder Wurmliebhaber genüsslich auf der Zunge zergehen lassen wird.

Interactions between Eisenia andrei (Oligochaeta) and nematode populations during vermicomposting
http://www.biosci.ohio-state.edu/~soilecol/Full%20articles/2003/Interactions%20between%20Eisenia%20andrei.pdf

Summary
We studied the effect of the earthworm, Eisenia andrei, on the nematode community and on the microbial activity during the vermicomposting of two organic wastes, cow manure and sewage sludge. Fresh cow manure and sewage sludge was placed in five replicated boxes with and without earthworms for a period of 16 weeks. Samples were collected periodically and nematodes were extracted in Baermann funnels, counted and separated into different trophic groups. Samples were also analyzed for microbial respiration and microbial biomass nitrogen. Nematode communities were dominated by bacterivores, and their abundance was dramatically affected by earthworm activity. In both substrates, numbers of nematodes decreased in the presence of earthworms. Fungivore nematodes were observed after 6 weeks in the cow manure and in contrast to bacterial feeders, their number continuously increased in the treatment without earthworms but remained low in the presence of the earthworms. We did not detect a significant earthworm effect on microbial respiration but they significantly increased microbial biomass nitrogen in sewage sludge. Our results indicate that earthworms have a strong influence on nematode densities and nematode trophic structure, and that further investigations are necessary to determine the mechanisms of this influence.

Publications on Earthworms and Vermiculture
http://www.biosci.ohio-state.edu/~soilecol/NewPubs1.htm

The Soil Ecology Loboratory, Ohio State University
Researchers
Program Founder and Director: Clive A. Edwards
http://www.biosci.ohio-state.edu/~soilecol/Researchers.htm

Einfluss Von Regenwürmern Auf Phytoparasitäre Nematoden
http://booksandjournals.brillonline.com/content/journals/10.1163/187529281x00575

Kurzer Schluß zum langen Wurm:

Die  Regen-/Kompostwürmer fressen nicht nur den Nematoden das Futter weg sondern auch ebensiese selber. Das KANN neben den Bakterien und Pilze fressenden Nematoden auch die Pflanzen fressenden (phytopathogenen) Nematoden verringern, ebenso wie dadurch die Zahl der Nematoden fangen Pilze verringert wird.
Alles klar?
Ede Phon sagt: per se muß der Wurm nicht unbedingt was Gutes bringen, welchen Einfluß er hat kann nur die praktische Erfahrung je nach Standort zeigen.



Candy Dulfer & David A. Stewart - Lily Was Here
https://www.youtube.com/watch?v=86BmSaXZMHw

Dienstag, 10. Januar 2017

Regen- & Kompostwürmer überall


Überall wo man im Garten in die Erde sticht, springen sie aus der Erde und flüchten nach allen Seiten.



Warum sie aber auch unter den Terrassenplatten ihr Wesen treiben bleibt ein Rätsel.



Da gibts doch nix zu fressen.



Trotzdem machen sie dort extra große Haufen.



Dabei müssen sie sich offensichtlich auch noch durch schmale Ritzen zwängen.



Vor dem Haus auf dem Gehweg genauso.



Wo ihnen auch noch ständig auf dem Kopf herumgetrampelt wird ..



.. machen sie gerade die größten Haufen.



Die Erde im Haus- und Vorgarten ist nichts besonderes. Im Gegenteil, meistens jahrzehntealter Bauschutt.
Auf die Monats-Erdbeerbeete lege ich meisten Blätter und Zweige, wie sie im Garten anfallen.



Im Vorgarten kam dieser Zwerg zum Vorschein ..



nachdem ich dort einige Blätter zur Seite getan hatte.



Ob das ein junger Regenwurm ist ..



.. oder ein Kompostwurm - keine Ahnung.



https://www.youtube.com/watch?v=rKK8QpazCJU

Analogik - Godmorgen

Montag, 2. Januar 2017

Edaphon: Mikroorganismen & Humus


Das Edaphon und seine notwendigen Mikroorganismen für die Bildung des Humus
The Edaphon and its necessary microorganisms for the formation of humus

Aus: Raoul H. Francé; Vom deutschen Walde 1924

Damit jetzt auch jeder endlich "im Bilde" ist: hier  nochmal schwarz auf weiß:
Für die Humusbildung braucht es mehr als Bakterien und Pilze ...
Beim Klicken auf das Bild kann man alles nochmal Pixel für Pixel inspizieren.
Wers nicht glaubt muß mikroskopieren.
(Merke: Auch der Regenwurm, wie immer er auch heißt, scheißt keinen Humus.
Dazu braucht es mindestens die oben angeführten Mikroorganismen.
Mehr zu Mikrorganismen und Regenwürmer in diesem Blog)

The tiny (unvisible) world of the forest soil

Creatures of the Edaphon on which the formation of humus is based:
Soil bacteria, soil fungi, filamentous (green) algae, cyano bacteria (blue algae), diatoms, amoebae.
Original drawing of R. Francé

So that everybody finally "gets the picture", here again black on white:
For humus formation it takes more than bacteria and fungi ...
When you click on the image you can inspect everything again in large detail pixel by pixel.
Who does not believe has to microscope.
(Note: the earthworm, whatever the species, craps no humus.
To do this, at least the above-mentioned microorganisms are required.
More about microorganisms and earthworms in this blog.



Aus R.Francé; So mußt Du leben - Originalzeichnung Francé Originalgröße 2810x4188 6MB